Die Zahnprothese: wenn zu viele Zähne fehlen
Herausnehmbar heißt nicht zweite Wahl – oft ist es die einzige, die trägt.
Eine Prothese kommt zum Einsatz, wenn so viele Zähne fehlen, dass eine Brücke die Lücke nicht mehr überspannen kann, oder wenn die verbliebenen Zähne eine Brücke nicht tragen würden. Sie liegt auf dem Kiefer auf und wird zum Reinigen herausgenommen.
Die drei Bauarten
Teilprothese: Es sind noch eigene Zähne da, an denen sie sich festhält – mit Klammern oder mit unsichtbaren Verbindungen.
Vollprothese: Der Kiefer ist zahnlos. Im Oberkiefer hält sie über einen Saugeffekt am Gaumen, im Unterkiefer ist das deutlich schwieriger.
Teleskopprothese: Die verbliebenen Zähne bekommen Innenkronen, die Prothese die passenden Außenkronen. Sie sitzt fester als eine Klammerprothese und ist von außen nicht als Prothese zu erkennen.
Die Gewöhnung
Die ersten Wochen sind die schwersten: Die Prothese fühlt sich groß an, das Sprechen klingt fremd, das Essen muss neu gelernt werden. Das gibt sich – bei den meisten innerhalb von zwei bis vier Wochen. Druckstellen gehören dazu und werden in kurzen Terminen nachgearbeitet; niemand sollte sie aushalten.
Was sich später ändert
Der Kieferknochen bildet sich unter einer Prothese langsam zurück. Nach einigen Jahren sitzt sie deshalb lockerer. Das ist kein Fehler der Arbeit, sondern ein biologischer Vorgang – und der Grund, warum eine Prothese von Zeit zu Zeit unterfüttert werden muss.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine Prothese kommt zum Einsatz, wenn eine Brücke die Lücke nicht mehr überspannen kann.
- Im Oberkiefer hält eine Vollprothese durch Saugkraft, im Unterkiefer gelingt das nur selten gut.
- Zwei Implantate im Unterkiefer sind der größte Gewinn an Halt bei überschaubarem Aufwand.
- Der Kiefer verändert sich – Unterfüttern alle fünf bis zehn Jahre ist normal, kein Mangel.
- Druckstellen gehören in die Eingewöhnung und werden nachgearbeitet; Dauerschmerz nicht.
Kurz beantwortet
Häufig gestellte Fragen
Der Kieferknochen bildet sich zurück, sobald die Zahnwurzeln fehlen. Die Prothese passt dann nicht mehr genau. Unterfüttern stellt den Sitz wieder her.
In der Regel alle fünf bis zehn Jahre, in den ersten Jahren nach dem Zahnverlust häufiger.
In der Eingewöhnung ja, und sie werden nachgearbeitet. Dauerhafte Schmerzen oder offene Stellen sind nicht normal.
Täglich mit einer Prothesenbürste und Flüssigseife über einem mit Wasser gefüllten Becken. Keine Zahnpasta – sie zerkratzt den Kunststoff.
In der Regel ja, damit sich die Schleimhaut erholt. Ausnahmen bespricht man in der Praxis.
Die Klammerprothese hält und ist günstig, die Klammern sind sichtbar. Die Teleskopprothese sitzt fester und ist unauffällig, kostet aber deutlich mehr.
Nur, wenn der Halt von eigenen Zähnen oder Implantaten kommt. Eine rein aufliegende Vollprothese braucht die Saugfläche.